Beispiel für ein gelungenes Kooperationsprojekt zwischen Kirche und Schule in der Corona-Krise (Quelle FLASH) 

 

In Krisen ist vielen die Glaubensgemeinschaft besonders wichtig. Doch was kann man tun, wenn Gottesdienste wegen der Ansteckungsgefahr verboten sind?

Viele Kirchen und Gemeinden haben in den vergangenen Wochen, in der Krisenzeit, auf andere Möglichkeiten zurückgegriffen: Online- Gottesdienste, Telefon-Seelsorge, Hausbesuche von Pastorinnen und Pastoren, Facebook-Botschaften und viele weitere Möglichkeiten haben die sozialen Netzwerke in den letzten Wochen geschmückt. Man könnte in dem Zusammenhang sogar meinen, dass die Kirche von der zwischenzeitlichen Schließung profitiert habe. Die Kirche hat sich in den letzten Wochen um einiges moderner und auch verstärkt digitaler gezeigt, als man es kennt.

In den sozialen Netzen ist eine neue kreative Vielfalt entstanden, von denen viele Menschen profitieren konnten. Die Kirche ist für sehr viele Menschen erreichbar geworden. Trotz der schwierigen Lage konnten viele Menschen Hoffnung und Beistand von ihrer Kirche, Gemeinde oder ihrem Pastor bekommen. Auch Pastoren und Pastorinnen meinen in dem Zusammenhang, dass die Kirche dort ist, wo man selbst ist. Das bedeutet, es bedarf kein Kirchengebäude um die kirchliche Präsenz zu spüren und den Glauben zu vertiefen. 

Dieses Bild der Kirche, unabhängig vom Kirchengebäude ist jedoch nicht für jeden nachvollziehbar. Gerade in der aktuellen Zeit steht die Frage im Raum, ob die digitalen Möglichkeiten die eigentlichen kirchlichen Dienste ersetzen können. Insbesondere die jungen Generationen assoziieren mit dem Begriff „Kirche“ das Kirchengebäude und betrachten die kirchliche Präsenz der letzten Wochen, verbunden mit dem Verzicht auf das Kirchengebäude demnach eher als einen Kompromiss. 

 Doch was genau macht Kirchen eigentlich aus? Was macht Kirchen so wichtig, dass kaum einer drauf verzichten mag?

Margot Käsmann bezeichnet die Kirche als Gemeinschaft der Heiligen, also denjenigen, die ihr Leben Gott anvertrauen. Sie beschreibt die Kirche als ein Hoffnungszeichen in mitten der Welt, im Rahmen des Menschlichen. 

Dieses Hoffnungszeichen, welches Margot Käsmann beschreibt, lässt sich auch auf die Krisensituation übertragen. Eine Krisensituation voller Verluste, Ängste und Zweifel bedarf bei vielen Menschen Hoffnung. Viele Menschen wünschen sich Hoffnung und Beistand, Trost und Zuspruch von der Kirche. Dieses Hoffnungszeichen spendet die Kirche auch in den letzten Wochen. Zwar kann es größtenteils nicht wie zuvor durch persönlichen Kontakt geschenkt werden, jedoch können die Menschen die Hoffnung auf andere Weise erfahren. 

Viele Menschen bezeichnen den Glauben und die Kirche nicht als systemrelevant. Demnach sind es medizinische Berufe, Sicherheitsberufe oder Versorgungsberufe. All die Berufe, die für das tägliche Leben notwendig sind. Der Glaube hilft nicht bei der Versorgung oder bei der Sicherheit. Doch was kann die Arbeiter in den Berufen in der Krisenzeit überhaupt noch antreiben? Es ist das Wissen darüber, dass wir nicht allein sind, sondern es viele gibt, die versorgt werden müssen. Nächstenliebe und Verantwortung sind die Aspekte, die Menschen jeden Tag zum Handeln bewegen. Jeder einzelne Mensch ist systemrelevant. Manche sind es durch ihren Beruf, andere durch ihr Handeln oder ihre Einstellung. Systemrelevant bedeutet also in kirchlicher Hinsicht das Handeln aus Nächstenliebe.

 Die Kirche ist erreichbar. Auch in der Krisenzeit steht in der Kirche die Nächstenliebe im Vordergrund. Das bedeutet konkret, dass man in dieser schweren Zeit nicht egoistisch handeln sollte. Man sollte an die anderen Menschen denken, an diejenigen, die durch die Krise bedroht sind. Die meisten Menschen fühlen sich sicher, weil sie gesund und sozialstark sind. Doch gerade jetzt ist es entscheidend und wichtig an die Schwachen in der Gesellschaft zu denken, denn sie sind die Verlierer der Krise: zum Beispiel die alten und kranken Menschen. Viele brauchen im Moment Unterstützung. Jeder der kann, sollte die Menschen unterstützen. Auch kleine Gesten können in der schweren Zeit viel bedeuten.

 

Der Text ist im Rahmen des Religionsunterrichts im Jahrgang 12 zum Thema "Kirche in der Corona-Krise" bei Frau Preißler & Frau Windolph entstanden.

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