(Fotos: Ludjana Khary)

Herr Klug im Gespräch mit der Flash-Redaktion

 

Was macht man als Hausmeister?

Hier an der IGS gehört es zu den Aufgaben morgens aufzuschließen, das Toiletten- und Handtuchpapier nachzufüllen, kaputte Lampen, Türen und Fenster zu reparieren, das Licht rechtzeitig einzuschalten, Ordnung zu halten und abends muss einer von uns wieder abschließen (wir sind ja zu dritt) …

Man muss viel Geduld haben!

 

Was machen Sie sonst noch so? Uns ist aufgefallen, dass manchmal ein Hund bei ihnen in der Pförtnerloge sitzt?

Ja, diese Aufgabe ist mir so zugefallen.  Herr Reich hat ihn manchmal in den Pausen beherbergt, wenn Frau Gerken in der Mensa Aufsicht führt. Nun bleibt er manchmal bei mir. Wir vertragen uns ganz gut, also er beißt mich nicht, ich beiße ihn nicht.

 

Mögen Sie Hunde?

Ja, als Kind hatten wir auch einen Hund, aber wirklich gefreut habe ich mich über diese Aufgabe nicht, denn ich möchte auch mal ohne Hund Mittagspause machen.

 

Welche Aufgaben kommen noch dazu?

Die Schlüsselverwaltung für die Schließfächer und eigentlich die gesamte Technik. Wir begleiten die ins Haus kommenden Handwerker, denn wir können ja nicht alles selbst machen! Das können Glaser, Elektriker, Klempner, Maurer, Tischler, Schlosser etc. sein, je nachdem, was kaputt gegangen ist!

 

Was wird von Ihnen repariert?

Von mir persönlich? Ich versuche alles selbst zu machen, wenn wir das Werkzeug und das Material haben, nur wenn es nicht funktioniert suchen wir uns Hilfe!

 

                                     

(Fotos: Ludjana Khary)

Alles auf kleinstem Raum: Herr Klug bei Reparaturen in seiner Pförtnerloge

 

Was ist besonders unangenehm für Sie?

Am schlimmsten ist es, wenn die Toiletten nicht gespült werden oder verstopft sind. Dann rufen uns oft die Reinigungskräfte. Ja, igitt!

 

Und wie ist es, wenn ein Kind auf den Teppich gebrochen hat und der Nasssauger zum Einsatz kommt?

Klar, das ist auch ekelig, aber nicht so schlimm, wie verschmutzte und verstopfte Toiletten, denn das macht ja kein Kind vorsätzlich! Das kann halt passieren! Das andere ist schon Bösartigkeit und Ignoranz!

 

Betreuen Sie auch Schüler, die „Pickerdienst“ machen müssen?

Ja, manche Kinder haben etwas ausgefressen und sollen dann draußen den Müll aufsammeln. Sie wollen oft Zeit schinden, dann muss ich schauen, dass sie arbeiten und den Müll wirklich aufsammeln!

 

Was ist das Schönste an ihrer Arbeit? Was macht Spaß?

Man kann viel an der frischen Luft sein. Durch die Dinge, die man tut, kann man Menschen glücklich machen und darüber freut man sich. Zum Beispiel wenn jemand seinen Schließfachschlüssel abgebrochen hat und man das schnell wieder hinkriegt … Besonders schön ist es auch, wenn ich einem Kind helfen kann, das etwas verloren hat und es von mir zurückbekommt. Das Kind ist glücklich und ich freue mich dann auch! Es bleiben aber leider viele Fundstücke bei uns liegen!

 

Ist ihre Arbeit abwechslungsreich?

Noch passiert viel Neues, aber auf Dauer wird sich schon vieles wiederholen! Durch den Umgang mit unterschiedlichen Menschen gibt es aber immer Abwechselung!

 

Haben Sie eine Ausbildung gemacht?

Ich habe den Beruf des Elektrikers/ Elektroinstallateurs in einer sehr kleinen Firma gelernt. Dort musste man alles machen. Dazu gehört z.B. auch, dass die Wand zum Verlegen einer Leitung aufgestemmt und dann am Ende wieder verputzt, tapeziert und gestrichen werden musste …. Man hatte Löcher für elektrische Türöffner zu bohren, Durchlauferhitzer anzubringen und man musste auch Dinge machen, die nicht zum engeren Aufgabenbereich gehörten. Dabei konnte man viel lernen! Man fragte nach und hat das dann für das nächste Mal gewusst! Heute muss man für alles einen Lehrgang machen, das war damals einfacher!

 

Arbeiten Sie auch in den Schulferien?

Man hat als Hausmeister 30 Tage Urlaub, folglich müssen wir auch in den Ferien arbeiten!

 

Wie sind ihre Arbeitszeiten?

Meine Arbeitszeit ist von 7.00 bis 17.00 Uhr und da wir die Reinigungskräfte betreuen und zu dritt sind, müssen wir alle drei Wochen bis 19.00 Uhr bleiben. Am Ende des Tages laufen wir dann einmal in die Schule und schalten das Licht ab.

 

Haben sie schonmal Kollegen um 19.00 angetroffen, die die Zeit vergessen haben?

Ja, manche Kollegen sind ganz überrascht, dass das Licht ausgeht und es schon so spät ist! Sie wissen aber, dass sie bis 19.00 Uhr noch rauskommen, später kommt dann ein Anruf: „Ich bin hier noch im Lehrerzimmer …!“

 

Gehen Sie manchmal in der Mensa essen?

Ja, das tue ich gerne. Ich war 11 Jahre im Schulzentrum I und da habe ich auch oft in der Mensa gegessen und den vorherigen Mensaanbieter kennengelernt. Ich bin hoch erfreut über Alles Banane!

 

Arbeiten Sie viel mit Ihren Kollegen zusammen?

Natürlich, man kann nicht alles allein machen. Manchmal muss man zu zweit anpacken. Wenn ich etwas nicht weiß, dann frage ich meine Kollegen, denn noch kenne ich hier nicht alles! Ich bin ja erst seit Dezember 2017 hier!

 

Denken Sie noch oft an ihre alte Schule, das Schulzentrum I? Sind sie zufrieden bei uns?

In der alten Schule habe ich durch die Veranstaltungen oft an sieben Tagen gearbeitet. Das war sehr anstrengend! Hier arbeitet man in der Regel an fünf Tagen und das ist schon so, wie ich mir das vorgestellt habe.

 

Haben Sie ein Hobby?

Ich fahre ein 28 Jahre altes Gelände-Motorrad, bin im Schützenverein und spiele in zwei Gruppen Pétanque. Das kennen viele als Boccia. Die Franzosen spielen es mit Metallkugeln (Boule)! In Garbsen kann man Pétanque als Wettkampfsport in vielen Vereinen spielen und ich mache das in Meyenfeld in der Betriebssportgemeinschaft der Stadt. Wir spielen auch Turniere mit den anderen Vereinen in Garbsen.

 

Haben Sie Kinder?

Ja, einen Sohn, der jetzt schon 20 ist! Er hat 2016 die IGS Garbsen verlassen!

 

Dieses Interview führten: Marcel Wagner, Mia Ehlig, Luna Siebert, Georgina Thiel, Ludjana Khary und Vivien Lüdgering. Fotos: Ludjana Khary.

 

 

 

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