Meike Grams in ihrem Büro in der IGS Garbsen (Foto: Flash)

Was sind die Aufgaben einer Schulsozialarbeiterin?

Wir sind Ansprechpartnerinnen für die Jugendlichen bei Problemen und Konflikten. Wir schaffen einen geschützten Rahmen mit Zeit und Ruhe in entspannter Atmosphäre für die Gespräche. Wir arbeiten lösungs- und ressourcenorientiert. Ressourcenorientiert meint: Welche Stärken, Fähigkeiten und eigene Netzwerke bringen die Jugendlichen mit. Wir sind in unseren Jahrgängen präsent, unterstützen dort aktiv die Treffen der Klassensprecher*innen, bieten Arbeitsgemeinschaften an und sind in den Freizeitbereichen für die Jugendlichen da: im JuniorClub, im Exil und man trifft unsauch ab und zu im Café Klappstuhl. Wir unterstützen bei Krisen, arbeiten aber auch vorbeugend. Das bedeutet, wir bieten Projekttage an, z.B. das Drogenpräventionsprojekt „Lust auf Leben“.

Wir engagieren uns im Schulleben und wollen den Schulalltag aktiv mitgestalten, besonders wichtig ist es uns, die Jugendlichen zu unterstützen, die Schule aktiv mitzugestalten.

Wir beraten Eltern und veranstalten Elterninformationsveranstaltungen.

Wir beraten Lehrkräfte und die Schulleitung.

Wir haben an der IGS Garbsen ein großes Beratungsteam: Schulsozialarbeiterinnen, Beratungslehrkräfte, das Mobbing-Interventions-Team und die Beratenden/Unterstützenden im Bereich Berufsorientierung. Wir sind miteinander vernetzt und können so gezielt in der Schule vermitteln.

Wir arbeiten viel mit außerschulischen Institutionen zusammen und vermitteln oder begleiten auch Jugendliche und Eltern zu Beratungsinstitutionen.

Welchen Abschluss braucht man für den Beruf Sozialpädagogin/Sozialarbeiterin?

Für das Studium der Sozialen Arbeit braucht man die Fachhochschulreife. Ich bin mit einem Realschulabschluss von der Realschule gegangen und habe die Ausbildung zur Arzthelferin bei einem Kinderarzt gemacht. Dann habe ich mein Fachabi in nur einem Jahr an einer Berufsbildenden Schule nachgeholt. Nach dem Studium absolviert man ein Berufsanerkennungsjahr. Dieses habe ich damals als Schulsozialarbeiterin an einer Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen gemacht. 

Was sind wichtige Voraussetzungen für den Beruf?

Für den Beruf wird Empathie benötigt, also sich in andere Menschen einfühlen zu können. Soziales Engagement und Teamfähigkeit sind eine wichtige Voraussetzung.Aber auch ein kritisches, politisches Denken und Handeln – demokratiefördernd, gegen Ausgrenzung und für Gerechtigkeit – sollten wir aus dem Studium mitbringen. Die Freude an der Arbeit mit Menschen, Freude am Netzwerken und Organisieren, Freude am lebenslangen Lernen, Kreativität, Offenheit und Selbstbewusstsein sind ebenso wichtig. Wir bringen aus dem Studium Kenntnisse aus unterschiedlichen Bereichen für die Praxis mit. Aber in den vielen Jahren als Schulsozialarbeiterin lerne ich immer wieder dazu. Das selbständige Lernen und das Gelernte auch kritisch zu wenden, habe ich so richtig erst im Studium gelernt.

Welche Spezialisierungen gibt es?

Eine Spezialisierung findet oft nach dem Studium in dem Praxisfeld statt, in dem man tätig ist. Deshalb ist das Jahr im Berufspraktikum sehr wichtig. Ein Arbeitsfeld ist die Schulsozialarbeit, aber es gibt so viele verschiedene Arbeitsfelder: Krankenhaussozialarbeit, im Jugendamt, im Jugendzentrum, im Gefängnis, in der Drogenarbeit, in der Arbeit mit geflüchteten Menschen, in den Frauenhäusern, in der Arbeit mit obdachlosen Menschen, in verschiedensten Beratungseinrichtungen, u.a. .

An vielen Schulen gibt es Schulsozialarbeit. Der Großteil der Kolleginnen und Kollegen hat sich auf die Beratungsarbeit spezialisiert. Das bedeutet, dass man nach dem Studium oft noch Fort- und Weiterbildungen macht. An meiner alten Schule, einer Hauptschule, habe ich mit Kolleginnen zusammengearbeitet, die sich auf das Thema Schulabsentismus, das meint, wenn Jugendliche nicht zur Schule gehen, und Berufsorientierung spezialisiert hatten.  

Was spricht für den Beruf?

Schulsozialarbeit ist ein eigenständiges Arbeitsfeld in der Schule, das sich in vielen Jahren professionalisiert und ausgeweitet hat. Für das Arbeitsfeld spricht, dass man den Arbeitsalltag selbständig gestalten kann und viele Freiheiten hat. Das ist auch wichtig. Das Arbeitsfeld ist sehr abwechslungsreich und verantwortungsvoll: Mit Jugendlichen die Schule zusammen gestalten, gemeinsame Lösungswege für Probleme erarbeiten, aber auch Wege mit den Jugendlichen für ihre Zukunft bereiten. Wenn man nicht weiter weiß, ist man Teil eines großen Netzwerkes und kann sich selbst Rat holen. Es fehlen Fachkräfte: Also gibt es auch gute Berufsaussichten und es handelt sich um einen sehr verantwortungsvollen und abwechslungsreichen Beruf!  

Was spricht gegen den Beruf?

Wenn man viel Geld verdienen möchte, muss man im sozialen Bereich noch viel erkämpfen. Hierfür braucht es Geduld und Kampfgeist. Ich habe mich für das gewerkschaftliche Engagement entschieden, um mich für bessere Arbeitsbedingungen einzusetzen. Für mich spricht von daher nichts gegen den Beruf. Ich finde, erpasst sehr gut zu mir. Seit 17 Jahren arbeite ich als Schulsozialarbeiterin. Die IGS Garbsen ist die dritte Schule, an der ich arbeite. Falls ihr überlegt, später im sozialen Bereich zu arbeiten, überprüft unbedingt, ob ihr gut mit Menschen umgehen könnt. Macht die Praktika im sozialen Bereich, engagiert Euch in Vereinen oder auch bei Jugendorganisationen oder auch bei Nichtregierungsorganisationen ehrenamtlich und sammelt Erfahrungen.

Danke für Eure interessierten Fragen!

Liebe Meike danke für deine Zeit!

Das Interview führten Nicole Weinzettel und Erblima Smajlaj.

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